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Hier ist doch genug Platz für eure Texte!

Schreiben, einschicken und damit die Genehmigung zur Veröffentlichung erteilen.
Ihr könnt dann auch gern einen Link zu eurer eigenen Website setzen.
Greift meine Schreibimpulse auf, die ihr unter
Heute schon geschrieben
findet.  
Oder lasst euch etwas anderes einfallen.



Diese kleinen Texte aus der Hosentasche

Einfach loslegen


Mauerblümchen ... 

... am Rande entdeckt, die kleinen, unscheinbaren Wesen. Aber schau mal genauer hin und du wirst ihre ganz besonderen Reize erkennen. 

Harte Bedingungen machen ihnen nichts aus.

Sie finden ein Krümchen Erde und ein paar Tropfen Wasser.

Sie drängen sich aus Ritzen und Fugen ...

und recken sich dem einzigen Sonnenstrahl entgegen ...

Sie putzen sich heraus.

Sie  schmücken tatsächlich ganze Wände.

Sie sind einfach da, wenn es einen Impuls gibt.
Bei unserem Schreiben im Café , das derzeit online stattfindet, werfen wir beide, Heide Köhler und ich, uns die Bälle zu. Die Teilnehmer/innen legen dann los und schreiben eine je halbe Stunde lang.
Die Begriffe bei unserer Märzsitzung waren:
 Ehrlich, Schreck, Knopfloch, Horizont.

Hier eine kleine Auswahl von mir. 

Du bist herzlich eingeladen, dich an dieser Übung zu beteiligen. 
Schreiben, schicken, hier veröffentlichen.




 

Ingwer- scharfes Zeug 

Seine Schärfe liegt nicht nur in den harten Fasern, sondern vor allem in seiner einzigartigen Gestalt, die alle Sinnen kickt. Hinter den Sinnen liegt ja die Sinnlichkeit. 

Diese etwas schrumpelige Oberfläche, die hellgrünen Sprieße, die sich dem Licht entgegenrecken, die knolligen Auswüchse mit engen Achseln, die unendliche Fruchtbarkeit jedes Myzels! 

Den Duft erkennt man erst, wenn man den Ingwer anschneidet, den etwas milchigen Saft riecht und schmeckt und auf der Zunge brennen lässt. 

Seine Kräfte bündeln Frauen, die sich Ingwerschnüren um die Taille winden. Der Wirkstoff Gingerol entwickelt sein an- und aufregendes Aroma auf warmer, feuchter Haut. 

Wer nun die so unscheinbar wirkende Myzelformation intensiver an sich herankommen lässt, wer die Wirkung direkt erleben will, erwärmt sie auf der Zunge, saugt am ungeschälten Gewebe, nimmt sie nun, feucht wie sie ist, und schiebt sie zwischen die LiebesLippen. Die geilen, kleinen Stempel schmiegen sich ein und werden dann langsam wieder herausgenommen. Das große Spiel ist bestens vorbereitet. 

Den nun doppelt aromatischen Ingwer verwerten Kenner weiter. Sie schneiden das daumendicke Stück in feine Scheibchen und legen die in Rum, sehr guten Rum. Ein Viertelliter wird gewürzt wird mit drei Stück Sternanis, vier Kardamomkapseln, (Kardamom ist mit dem Ingwer verwandt, deswegen gehört er hierher), dem Mark einer Vanillenschote, einem Teelöffel Zimt. Und dann bitte etwas Geduld. Erst in einigen Tagen entfaltet sich das köstlich tropische Bukett. Den Liebestrank zu schlürfen, sich mit ihm zu massieren, einfach nach Laune und Lust zu genießen ist einer der besonderen Vergnügen. 

Horizont

Entweder Linie oder Fläche, schwarz-weiß oder Farbe, malen oder zeichnen. Irgendwie kritzeln wir uns doch die Welt schon zurecht. Finden geometrische Formen, Ecken, Kanten, Deckel, Bekanntes, sogar den Schwarzwald in Neuseeland; weil das alles so ähnlich ist. Wir brauchen wohl Linien, um nicht aus der Welt zu fallen. 

Mir geht es jedenfalls so. Linie oben, der Himmel, Linien dazwischen, Wolken, Linie darunter, Horizont, weitere Linien darunter Meeresstrand, Wiese, Graben, meine Schuhe oder so. Je nachdem, wo ich gerade bin.

Strand gibt es natürlich nicht überall, Schuhe sehen auch anders aus, aber Himmel und Horizont, auf die kann ich mich verlassen. Dazwischen fühle ich mich geborgen, so wie ein Kind sich geborgen fühlen kann, ohne es zu wissen. Es stapft munter drauf los, immer der Nase nach, wie es heißt, immer dem Horizont entgegen. 

Und ab da können wir unseren Horizont stetig erweitern. Der merkt gar nicht, dass er gedehnt wird. Das ist das Witzige an der Sache. Manche Menschen lassen ihn zusammenschnurren. Bleiben in ihrem Kaff. Auch gut. Andere segeln um die Welt, immer hinter dem Geheimnis der Ausdehnung hinterher.

Früher habe ich gedacht, der Horizont sei der Äquator und umgekehrt. Dann habe ich die beiden gar nicht mehr auseinanderhalten können. Seit ich über den Äquator geflogen bin und sich mein Leben um einen Tag verkürzt hat, kenn ich den Unterschied. Aber hier zu Hause habe ich die Idee, ich bräuchte nur mal eben zum Äquator zu reisen und hätte den Horizont erreicht. Was ich ja eigentlich gar nicht will. 

Er soll bleiben, wo er ist. Und ich will immer ein Ziel behalten.


Postkartenprojekt der Schreibgruppe
 SiC Schreiben im Café in Reutlingen.



 Gabriele setzte den Impuls mit diesem Gedicht.

WEGWEISER

Am Kreuzweg fragte er die Sphinx:
 Geh ich nach rechts, geh ich nach links?
 Sie lächelte: "Du wählst die Bahn,
 Die dir bestimmt ward in dem Plan.
 Links braust der Sturm, rechts heult der Wind:
 Du findest heim ins Labyrinth." 

(Aus dem Buch: "Mein Lied geht weiter" von Mascha Kaléko")

 

Die Teilnehmerinnen gestalteten Postkarten bildlich und textlich und schickten sie reihum einander zu.

 

Bei der Besprechung via Zoom kamen viele weitere Assoziationen ins Gespräch. Labyrinthisch – so kam es mir vor.

Da flatterten Ausdrücke, Wortfetzen, Ideen Assoziationen durch die Gänge zum Ausgang oder auch nicht ...

Wage zu leben
Schwärme torkeln durch Ritzen zum Licht
Mauern verschieben
Was gehen mich Wegkreuzungen an?
Das ganze Leben ist doch ein Labyrinth
Verwirrung im Kopf stiften
Zaudern  zögern  zweifeln
Weg als Wagnis
Ausgänge suchen / finden
Geheimnisvolles Suchen
Weggefährten finden
Schemenhafte Lebensfreude



 

Ein weiteres Projekt dieser Art ist geplant. Interessentinnen wenden sich gern an mich.

Blättert durch die Slide-Show und findet eine Auswahl unserer Karten


Selbst

war das Thema des Postkarten-Projektes der 

Galerie photokunstraum-hamburg carmen-oberst-art-photographie

https://www.photokunstraum-hamburg.com/carmen-oberst-art-photographie/

Hier meine Motive, für die ich den 3. Platz in der Publikumsbewertung bekam. Schlendert gern durch die Slide-Show.

Mein aktuelles Projekt

Für die Hamburger Galerie PHOTO.KUNST.RAUM. https://www.photokunstraum-hamburg.com/carmen-oberst-art-photographie/
arbeite ich gerade an einem Bild zum Thema "Geologie der Bilder-Schichten.
Es ist im Format 400 x 40 cm angelegt. Also eine Fahne. Ich definiere derzeit  verschiedene Aspekte meiner Art von Geologie. 
Hierbei verwende ich ausschließlich natürliche Materialien, z.B. Paprika, Curcuma, Hibiscus, Kaffee, Tee, Kakao und erlebe wunderbare und überraschende Farbmelangen. Das Beste: sie sind nicht reproduzierbar. 
Hier einige Skizzen in der Slide-Show.


Dezember 2020

Die Anthologie des Literaturstammtisches

Stuttgart ist da.


Ich habe mir darin über das  Thema Behausungen Gedanken gemacht.


Behausungen Gedanken gemacht.


Textauszug aus der Anthologie


Paravent in der Wüste 

 

Der alte Beduine fuhr zügig an Felswülsten vorbei und durch Sanddünen, fand seine Reifenspur vom Hinweg, bremste nicht, um den Steinhaufen zu umrunden, wich nicht dem harten Buschwerk aus, das nach einigen Tropfen Regen in der Nacht den Hauch von Grün gebildet hatte, kurvte scharf an den dunkelgrauen Granitbrocken vorbei, mit denen die Römer die Stationen ihrer Straße vom Nil zum Roten Meer befestigt hatten, steuerte immer weiter Richtung Westen. Hinter uns eine lange, curry-zimt-farbige Staubfahne.

„Irgendwo hier müssen sie sein. Wir sind ja verabredet. Aber Semira kümmert so was nicht. Sie zieht einfach ihren Tieren nach, die wissen besser als jeder Mensch, wo es was zu fressen und zu saufen gibt. Ach, wir werden sie schon finden. Sie ist hier ganz in der Nähe, das weiß ich“, murmelte er.

Der Beduine hielt stabil die Geschwindigkeit von vierzig Stundenkilometern, bremste auch nicht, wenn die Piste eine ziemlich scharfe Kurve machte, sich um einen Bergvorsprung wand oder von großen Kieselsteinen bedeckt war. 

„Gestern war sie doch noch hier. Und wo sollen denn die Kinder sein?“ Sein arabisches Gemurmel übersetzte der junge Anwar für uns sechs Gäste im Jeep in flüssiges Englisch. 

Die Wüste, zerklüftet, von Schluchten durchzogen, von sanften Hügeln bewohnt, lag offen da und jeder durfte sie betreten. Aber nicht jeder würde wieder herausfinden. Wir fuhren Richtung Westen der so eigenartigen und einzigartigen Bergkette entgegen. Hinter uns im Osten verband der diffuse Horizont Himmel und Meer. Allein könnten wir uns nicht orientieren. Der Beduine fuhr jeden Tag die Strecke, zögerte keine Sekunde, auch nicht an den zahlreichen Kreuzungen der Staubpisten, die alle gleich aussahen und in die Grenzenlosigkeit führten. 

„Unsere Wüste ist 22 000 Quadratkilometer groß“, sagte Anwar in unser stummes Staunen hinein. 

„So, jetzt hinter dieser Felsnase, da sitzen sie bestimmt. In der Schlucht gibt’s immer was für die Ziegen, und die Kamele treiben sich schon seit Tagen hier alleine herum.“ Der Beduine nahm nun doch Gas weg. 

Und da hockten sie auf der Erde. Eine alte Frau, zierlich wie ein junges Mädchen, eingehüllt in einen schwarzen Tschador, und zwei Kinder, möglicherweise vier und fünf Jahre alt, in Secondhand-Klamotten. Sweatshirt, Baumwollhosen, zernagten Sandalen, löchrigen Socken, zerfransten Mützen. Küken gleich huschten sie hinter den Rücken der Großmutter. Die schubste sie weg. Sie rannten dann zwanzig Schritte weiter, hinter einen Paravent aus Ästen und Fetzen. Mürbe Teppiche, zerschlissene Plastikplanen, verblichene Kelims. Alles windschief und krumm und nur für ein paar Tage in den Sand gerammt. Sie versuchten, sich unseren Blicken zu entziehen. 

Wir hielten schon unsere Kameras hoch. 

Die Alte raffte ein paar dürre Äste zusammen, entfachte ein Feuer, das sie ständig anblies, griff nach einem verkokelten Aluminiumkessel, der in dem Tamariskenstrauch hinter ihr hing, und befüllte ihn mit dem Wasser aus der Plastikflasche, die der Beduine mitgebracht hatte. 

Wir sahen uns um, aßen ihre Kekse und Bananen, ließen die Schalen liegen, schoben die leere Verpackung unter die Kelims, verbrannten uns die Zunge an dem heißen Tee, fotografierten wie die Verrückten die schwarze Frau in der schwarzen Kleidung, sahen auf den Displays nur Schwärze, wollten mehr Konturen einfangen und knipsten immer weiter. Näher und näher schlichen manche von uns an die dachlose Behausung der Familie, umrundeten sie, um die Kinder zu finden. Die hatten sich so in eine Ecke des wackligen Windschutzes gedrückt, dass man nur ihre kleinen Rücken und die Schuhsohlen sah. Immer länger wurden die Teleobjektive herausgefahren, um die winzigen Stoffhäufchen abzulichten. 

„Wo ist denn diese Semira?“, fragte eine Frau aus unserer Gruppe.

„Semira ist weitergezogen und die Großmutter passt auf die Kinder auf“, sagte der alte Beduine. 

„Leben Sie hier?“, fragte eine andere Frau die Alte. 

Anwar, flinker Dolmetscher, war überall zur Stelle.

„Ja“, sagte die Alte. „Wir Beduinen leben hier seit Jahrhunderten. Wir ziehen unseren Tieren nach und bleiben in der Region. Hier gibt es Wasserstellen.“ 

„Hier?“, fragte die Frau.

„Ja, das sagte ich ja gerade.“ 

„Aber ich sehe keinen Brunnen.“

„Die Tiere finden ihn, und wir wissen, wo der nächste ist.“

„Wo ist denn die nächste Wasserstelle?“

„Einen Tagesmarsch entfernt.“

Die Frau überschattete ihre Augen, stierte in die Ferne.

„Und wo wohnen Sie?“, fragte sie.

„Was meinen Sie?“, fragte die Alte.

„Wo Sie denn leben, wo ihr Dorf ist.“

„Wir haben keine Dörfer. Wir sind Beduinen. Dies ist doch eine Beduinentour. Die haben Sie so gebucht.“ 

„Im Prospekt stand, dass man sieht, wie die Beduinen leben.“

„Das sehen Sie ja jetzt“, sagte nun der alte Beduine. „Wir fahren gleich zum Camp. Dort können Sie ein WC mit Wasserspülung benutzen und bekommen ein Mittagessen. Mein Sohn hat alles vorbereitet.“ 

„Was für ein Camp?“, fragte die Frau.

„Das ist die Station für die Gäste, in der sie sich ausruhen und stärken können.“

„Und wo die Beduinen leben?“

„Nein, das Camp ist nur für die Touristen.“

„Aber wo leben denn die Beduinen?“

„Hier. Wir leben hier in der Wüste.“


Im Postkartenprojekt 2021 der Galerie 
https://www.photokunstraum-hamburg.com/carmen-oberst-art-photographie/
sind Karten zum Thema Landschaft ausgestellt. Hier ein kleiner Teil meiner Produktion.


Unser Postkartenprojekt 2020 

war ein Erfolg.
Eine Teilnehmerin  der SiC - Gruppe hatte es initiiert. Über sechs Wochen schickten wir Karten reihum und gestalteten sie mit Text und Bild. 
Ein Ausschnitt des Gedichtes "Meer" von Erich Fried war der Impuls.

Die Ergebnisse sind hier in Ausschnitten zu sehen.

Bitte auch reinschauen bei Heidemarie Köhler 

https://www.heidemariekoehler.de/


 .

 

  Überraschend war, wie das Thema Meer immer weiter abgewandelt wurde und einige Schreiberinnen Bezug auf den Inhalt der erhaltenen Karte nahmen.
Das Spielerische war der große Reiz des Projektes.

Kommentare und Ergänzungen herzlich willkommen!

Eindruck wird zu Ausdruck 

Was sehen wir, was fällt uns auf?
Was interessiert uns. amüsiert uns, schreckt und ab, schreckt uns auf, inspiriert uns?

Blicke links und rechts und irgendwo hinein...

Was mich anzieht: Graffiti, Oberflächen mit Spuren der Zeit, Natur, Quatsch und Blödsinn zum Lächeln

Ideen

Impressionen

Inspirationen  

Wie nehmen wir die Umwelt wahr? 
Was denken wir über die Wirklichkeit? Wie setzen wir Ideen und Inspirationen um?
Bilder und Texte drücken Erkenntnisse, Eindrücke, Empfindungen aus. 

Ich sehe zum Beispiel 

Treppen

als Metaphern für Vorwärtskommen, Hochkommen und Absteigen und erneutes Aufsteigen.

Ausgetretene Stufen sind  eindrückliche Symbole für diese Vorstellung. Manche
Treppen führen natürlich ins Nirgendwo, wo sich Gegenwart und Zukunft treffen.



Herrlich, wie Natur sich breitmacht.


Fundsachen am Wegesrand

Blattstrukturen, Linien parallel zum Horizont, Strandgut - solche Sachen.

Woraus entstehen Farben?

Wie halten wir Jahre fest?

Wie verwesen Algen? 

Mein 

Gesichts 

Erkennungs

Programm

Pareidolie


Manche nennen es Quatsch, andere sagen: da ist doch niemand. Wir, die die Pareidolie haben, entdecken Gesichter, wo uns nur zwei Augen anschauen. 
Das bereichert unsere Sicht und oft können  wir lachen, weil die Typen sich in den entlegensten Regionen verstecken, aber manchmal auch so sichtbar sind, dass wir über sie stolpern.

Selbst solch ein alltäglicher Gegenstand wie ein Autoradio lockt uns mit frecher Miene, grinst, zwinkert.

... lädt zum fernschauen in Miami / Florida ein  ...

... hät die Leine an  einem Boot auf der Mani / Griechenland...

Hier ein Touristenglas in Flordia, dort ein Befestigungsring an einem Boot, Steine sehr oft glotzen, starren, schauen

... wurde von der Kellnerin in Cabarete / Dominikanische Republik erschaffen

... döst am Strand auf Guadeloupe

... vorwitzig als kleiner Gullideckel in Frankreich

... entspannt am Strand auf Dominika.

... schaut rostig an einer Mülltonne auf Mykonos

... zieht eine Fratze am Strand von Odense

... gähnt im Dschungel von Costa Rica

... blickt in die Abendsonne  in Dänemark

... will's genau wissen auf Rhodos

... wartet auf Altglas in Südfrankreich